Vorbehandlung, Pulverauftrag und Aushärtung laufen als eine automatisierte Linie, im selben Werk wie die Presserei. Schichtdicke, Farbe und Haftung regelt die Anlage, nicht das Augenmaß des Bedieners — deshalb sieht die Nachbestellung aus wie die Erstlieferung.
Die Vorbehandlung ist ein vollautomatisches Spritzverfahren. Sie entfernt Öl und Rückstände, ohne Strahlmittel zu hinterlassen, und weil sie automatisiert ist, driftet das Ergebnis nicht über die Schicht hinweg — was mehr ausmacht, als es klingt, wenn eine Charge über Tage läuft.
Das Pulver lagert temperatur- und feuchtegeregelt, damit die Partikelqualität nicht mit der Jahreszeit schwankt. Farbtöne werden nach RAL festgelegt und chargenweise mit Spektralfotometer und Glanzmessgerät geprüft.
Pulvermenge und Spannung werden in Echtzeit rechnergeregelt. Bei komplexen Oberflächen und Strukturbauteilen optimieren wir die Sprühwinkel, sodass Vertiefungen und Abkantungen vollständig erfasst werden.
Wir prüfen ein Bauteil auf Beschichtbarkeit, bevor etwas gebaut wird: Kanten, Übergangsradien und Verteilung der Aufhängepunkte. So zeigt sich vorab, wo Schichtdicke aufbaut oder wo ein Gehänge abschattet. In der Konstruktionsphase ist das deutlich günstiger als in der Serie.
Der Ofen ist mit Werkstück-Temperaturfühlern ausgestattet, wir überwachen also die tatsächliche Bauteiltemperatur statt der Ofenluft. Die Wärmeverteilung folgt der vorgegebenen Aushärtekurve — so werden Orangenhaut, Blasen und Farbabweichung vermieden.
Die Korrosionsbeständigkeit wird im Salzsprühtest nachgewiesen, standardmäßig mindestens 500 Stunden, projektabhängig bis 720 Stunden. Jede Charge wird mit ihren Prüfdaten erfasst.